Superheldenfilme.org

Alle Superhelden Filme der Filmgeschichte!

Dr. Strange (1978) von Philip DeGuere

Dr_Strange

Ein kleines Juwel für Marvel-Fans verbirgt sich hinter diesem charmant angestaubt wirkenden Film aus den späten Siebzigern. Die Story ist schnell erzählt – Psychiater Dr. Stephen Strange ist der ausersehene Nachfolger des uralten Magiers Thomas Lidmer, der seine Zeit kommen fühlt. Lidmer weiß, dass die böse Zauberin Morgan LeFay, seine uralten Gegenspielerin, auf die Erde zurückkehren wird um ihn zu vernichten und ihre üble Macht auszuüben. Hinter Morgan LeFay steht eine uralte, namenlose Macht, die nur als Schatten oder düstere Stimme in Erscheinung tritt. Die Hexe benutzt eine junge Frau, Clea Lake, um Lidmer zu töten. Der Anschlag misslingt jedoch und völlig verwirrt taucht Clea in dem Krankenhaus auf, in dem Strange als Psychiater arbeitet. Nun erst kommt die Geschichte in Schwung, als Strange seine Rolle offenbart wird und er sich entscheiden muss, ob er sein pragmatisches Leben weiterführen oder ob er sein magisches Erbe antreten wird.

Die Schauspieler

Dr. Strange wird sehr überzeugend von Peter Hooten gespielt, einem hierzulande eher unbekanntem Darsteller, der vorwiegend in italienischen Produktionen mitwirkte, unter anderem neben Raimund Harmstorf in „Inglorious Bastards“, einem italienischen Film, nicht zu verwechseln mit dem wesentlich später gedrehten Tarantino Film. Ebenso überzeugend in der Rolle des müden Magiers Lidmer ist der oscarprämierte englische Schauspieler Sir John Mills, bekannt aus Gandhi, Hamlet oder dem ersten Mr. Bean-Film. Jessica Walter spielt die Rolle der Morgan Le Fay, eine eigentlich aus der Artus-Sagenkreis stammende Figur, die gerne als böse Zauberin in verschiedenen Erzählzusammenhängen verwendet wird. Obwohl die Schauspielerin durch ihre späteren Arbeiten und Auszeichnungen durchaus zeigt, was sie kann, sind ihr in diesem Film leider nur zwei verschiedene Gesichtsausdrücke vergönnt und hier ist das einmalige dämonische Lachen bereits mitgezählt. Anne-Marie Martin, damals noch unter dem Namen Eddie Benton, füllt die Rolle der Clea Lake recht angenehm aus, vor allem ist sie hübsch anzusehen und sehr dekorativ in ihren fließenden Gewändern, die sie in der Traumsequenz ihrer Rettung passenderweise trägt. Leider viel zu wenig in Erscheinung tritt Wong, Sekretär und Assistent von Lidmer. Gespielt wird die Rolle von Clyde Kusatsu, ein vielbeschäftigter Schauspieler, dessen Gesicht und Stimme aus einer Vielzahl von Produktionen wie Hawaii Five-0 oder Pinguine aus Madagascar bekannt sind.

Die Superkräfte des Dr. Strange

Die Magie bzw. die Superkräfte manifestieren sich für den heutigen Geschmack sehr zurückhaltend. Fast eine Filmstunde vergeht, bis Dr. Strange überhaupt einmal Magie anwendet und dann auch nur mit Hilfe von Lindmer. Der schickt ihn nämlich auf eine Astralreise, die mit wunderbaren Vintage-Effekten garniert ist, um Clea Lake zu retten. Lidmer und Morgan LeFay zaubern zwar manchmal, allerdings sehr minimalistisch per leuchtender Hand oder – um besonders mächtige Magie anzuzeigen – mit aus den Händen schießenden Lichtstrahlen.

Unterschiede zum Dr. Strange Comic

Film und Comicvorlage unterscheiden sich in entscheidenden Punkten. Während im Film Dr. Strange als sympathischer, unkonventioneller Psychiater vorgestellt wird, ist er im Comic zunächst ein rechter Unsympath. Der Film-Strange wird durch den mit seinem Vater befreundet gewesenen Magier Lidmer an seine Aufgabe herangeführt, der Comic-Strange erleidet einen schweren Autounfall, der ihn der Fähigkeiten seiner Hände und damit seiner chirurgischen Karriere beraubt. Im Unterschied zu seinem Filmkollegen sucht er von sich aus Kontakt zu einem Magier – dem Uralten, der ihn heilen soll, sich jedoch weigert. Zum ersten mal in seinem Leben handelt Strange selbstlos, als er dem Uralten hilft, sich gegen seinen Erzfeind zu verteidigen. Der Uralte bildet Strange nun in jahrelanger mühevoller Lehre zum bedeutenden Magier aus. Schon ein kleiner Unterschied zum Film, wo es schon reicht, dass der Zauberer Strange einmal einen Zauberspruch nachsprechen lässt, was den bereits befähigt, sich erfolgreich gegen eine Kreatur der Dunkelheit zur Wehr zu setzen.

Während also wichtige Handlungsstrukturen des Comics zugunsten der Verfilmbarkeit über Bord geworfen wurden, bleibt die wesentliche Grundidee im Prinzip gleich. Schade, dass der Film und die Story doch eher in Vergessenheit geraten sind. Es gibt lediglich eine uralte, sehr seltene deutsche Version in deutscher Sprache auf VHS und eine fast genauso seltene VHS Version in englisch. Mit modernen Superhelden-Action-Filmen sollte der Film von 1978 nicht verglichen werden, zu unterschiedlich sind die Effekte und auch die Handlung wird wesentlich weniger actionreich und vorsichtiger vorangetrieben. Dennoch ist der Film ein schönes altes Schätzchen, das anzusehen sich auf jeden Fall lohnt.

Dr. Strange Trailer

Ein Trailer war nicht aufzufinden, dafür können sich Marvel- und Trash-Fans gleich den ganzen Film auf youtube anschauen. Hier Teil 1: